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    Hochwasservorsorge

    Resolution des Verbandsgemeinderates Adenau vom 14. September 2021 
    zur Hochwasservorsorge


    Das Flutereignis des 14. und 15. Juli 2021 hat schreckliche Auswirkungen für die Menschen im Ahrtal sowie für die gesamte Region mit sich gebracht. Mit einem Schadensgebiet von mehr als 40 Kilometern und mehr als 40.000 Betroffenen im Ahrtal handelt es sich um die größte Naturkatastrophe in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. In den kommenden Monaten und Jahren stehen die Menschen im Kreis Ahrweiler vor gigantischen Herausforderungen.

    Die Verbandsgemeinde Adenau hat im Mai 2019 ein Hochwasserschutzkonzept für den Adenauer Bach und den Trierbach in Auftrag gegeben. Die darin enthaltenen Schutzmaßnahmen sind unter Berücksichtigung der aktuellen Geschehnisse umgehend in die Umsetzung zu bringen. Die Verbandsgemeinde Adenau ist bereit, hier eine Führungsrolle zu übernehmen.

    Um darüber hinaus weiteren effektiven Hochwasserschutz zu erlangen, bedarf es jedoch vielmehr eines gesamtheitlichen länderübergreifenden Hochwasserschutzkonzeptes für die Ahr und ihrer sämtlichen Nebenflüsse und -bäche „von der Quelle bis zur Mündung“.

    Da ein umfassendes Hochwasservorsorgekonzept mit Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz zwei Bundesländer umfasst, bedarf es einer länderübergreifenden Zusammenarbeit. Zudem haben sich die für die zu betrachtenden Gewässer in der Unterhaltungspflicht stehenden verschiedenen Träger allesamt zu einer (Hochwasser-) Kooperation zusammenzuschließen.

    Damit ein Naturereignis dieser Art in Zukunft nicht noch einmal Schäden von solch gigantischem Ausmaß anrichten kann und die Siedlungsgebiete auch zukünftig nutzbar bleiben sollen, müssen in dem ganzheitlichen Gewässerentwicklungskonzept neue Hochwassergefahrenzonen ausgewiesen sowie Wohn- und Gewerbegebiete, Infrastruktur, aber auch Land- und Forstwirtschaft daran angepasst werden. Auch müssen das Bauen in Gefährdungs- und Überschwemmungsbereichen sowie Anpflanzungen im Gewässerbereich unterbleiben und Campingplätze dürfen in Zukunft nur noch eingeschränkt genutzt werden.

    Ebenso bedarf es wirksamer Maßnahmen zur Wasserrückhaltung. Dabei kann unter keinen Umständen auf technischen Hochwasserschutz verzichtet werden. Auf bereits bestehende Konzepte ist zurückzugreifen und diese sind auf Basis der neuen Erfahrungswerte anzupassen.

    Es bedarf zudem effektiver Frühwarnsysteme und Evakuierungsplanungen, da die Auswirkungen solcher Starkregenereignisse durch technische Maßnahmen nur bis zu einem gewissen Grad beeinflussbar sind und ein Versagen von Schutzsystemen nie gänzlich auszuschließen ist.

    Der Verbandsgemeinderat der Verbandsgemeinde Adenau fordert sämtliche gewässerunterhaltungspflichtigen Gebietskörperschaften an der Ahr und ihrer Nebenflüsse und -bäche auf, sich zu einer Hochwasserkooperation zusammenzuschließen und gemeinsam ein ganzheitliches Hochwasserschutz- und Gewässerentwicklungskonzept „von der Quelle bis zur Mündung“ in Auftrag zu geben. Die Verbandsgemeinde Adenau als Unterhaltungspflichtiger für die Gewässer 3. Ordnung in ihrem Bereich wird sich aktiv einbringen. Das Land Rheinland-Pfalz wird ersucht, die Federführung dieses ambitionierten Projektes zu übernehmen.

    Gemeinsam mit den Gewässerunterhaltungspflichtigen haben der Bund, das Land Rheinland-Pfalz und der Kreis Ahrweiler die Finanzierung der Umsetzung der Maßnahmen aus diesem Konzept sicherzustellen.

    Da sich die Überflutungsgefahr durch den prognostizierten Klimawandel und die Zunahme extremer Regenfälle in Zukunft spürbar erhöhen wird, sind wir dies uns und allen kommenden Generationen schuldig. Zudem müssen und wollen wir jetzt ein Zeichen gegenüber denjenigen setzen, die trotz der schlimmen Ereignisse auch in Zukunft im Ahrtal leben wollen.

    • Hochwasservorsorge Konzept
      Hochwasservorsorge Konzept
    • Information und Schadensmeldung
      Information und Schadensmeldung
    • Konzepte Adenauer Bach
      Konzepte Adenauer Bach
    • Konzepte Trierbach
      Konzepte Trierbach
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